Voyeurismus

Voyeurismus – die Lust am Zusehen

Was versteht man eigentlich genau unter dem Begriff Voyeurismus?

Das Wort selbst leitet sich aus dem französischen ab. Dort heißt „voir“ so viel wie sehen. „Le Voyeur“ ist der Seher. Man kann unter Voyeurismus also eine Form des Zusehens verstehen. Üblicherweise findet der Begriff nur Verwendung, wenn es sich um einen sexuellen Kontext im weitesten Sinne handelt. Der Voyeur ist also eine Person, welche durch das Beobachten anderer Menschen – meist nackter Menschen, deren Geschlechtsteile oder Menschen während sexueller Handlungen – erregt wird.

Meist löst das Beobachten ein starker Trieb nach Befriedigung aus. Üblicherweise wird dies durch Selbstbefriedigung während des Zusehens ausgelebt. Es kann jedoch auch vorkommen, dass dies unmittelbar während des Beobachtens nicht möglich ist – in solchen Fällen wird der Voyeur seine Lust konservieren und so bald wie möglich auskosten.

Häufig wird diese Lust noch zusätzlich gesteigert, da das Beobachten etwas Verbotenes und Unerwünschtes ist. Doch Voyeurismus kann durchaus auch in positiven Kontexten eingesetzt werden und zu großem Reiz während sexueller Handlungen beitragen.

Wodurch entsteht Voyeurismus? Gibt es eine wissenschaftliche Erklärung?

Wissenschaftlicher sind sich einig: Große Teile der sexuellen Lust und Erregung entstehen im Kopf. Dort werden aufgenommene Reize unterschiedlichster Art verarbeitet und an die Geschlechtsorgane weitervermittelt. Dies ist einer der Ausgangspunkte, wieso das Beobachten nackter Menschen während sexueller Handlungen zu so großen Reizen führen kann.

Hinzu kommt, dass das Beobachten von anderen Menschen eine natürliche Funktion darstellt. Denn so kann ein Mensch am besten lernen. Die Kombination dieser beiden Punkte sorgt dafür, dass ein großer Prozentsatz der Menschheit durch das Zusehen bei sexuellen Handlungen anderer Personen erregt wird. Die Zahl soll bei Frauen in etwa 40%, bei Männern sogar bei in etwa 70% liegen.

Überraschenderweise sorgt jedoch vor allem der negative Kontext des Beobachtens dafür, dass der Reiz für manche Menschen erheblich ansteigt. Denn für viele Menschen zählt vor allem die Abwechslung und das Ausleben von Tabus zu den größten Faktoren, welche sich stimulierend auswirken. Wäre es das Normale, dass jeder Mensch zu jeder Zeit andere Menschen nackt beobachten kann, würde dies keinerlei Auswirkung mehr mit sich bringen. Bedenklich wird dieser Punkt dann, wenn der Voyeurismus ins Kriminelle abdriftet. Denn das gezielte Nachstellen, Stalken und Beobachten von anderen Menschen ist gesetzlich verboten.

Wie, wo und wann treten Voyeure häufig auf?

Das klassische Bild, welches man mit einem Voyeur verbindet, ist der Mann, welcher sich in einem Gebüsch vor einem Haus versteckt. Das Fenster steht offen und hindurch kann der Mann ein Paar beim Sex beobachten. Heimlich schleicht er näher, um besser sehen zu können und befriedigt sich dabei. Diese Art der Voyeure ist zum Glück äußerst selten, und stellt die extremste Ausformung dar.

Häufig leben Voyeure ihre Lust, andere Menschen nackt zu sehen, auf FKK-Stränden, öffentlichen Duschen oder Sauna- und Wellnessbereichen aus. Dort können sie eine Vielzahl nackter Menschen beobachten, ohne dass dies zu negativen Konsequenzen führen kann. Allerdings können sie in solchen Situationen die Lust nur konservieren und nicht direkt ausleben.

Die beste Art, seinen Voyeurismus auszuleben, kann mit Sicherheit durch den Besuch in Swinger-Clubs geboten werden. Denn dort ist es Gang und Gäbe, andere Menschen beim Sex zu beobachten. Häufig werden diese sogar durch das Wissen, beobachtet zu werden, erregt. Dadurch entsteht nicht nur eine Situation, in der alle Beteiligten profitieren, sondern es können sogar ganz neue sexuelle Spielarten entwickelt und ausgelebt werden. Das funktioniert übrigens auch, wenn du alleine im Swingerclub unterwegs bist.

Voyeurismus in einer Beziehung

Vor allem in langen Beziehungen, welche durch Monotonie an Reiz verloren haben, ist es nötig, durch Abwechslung neues Leben in die Betten zu bringen. Dies kann auf die unterschiedlichsten Arten passieren. Das Wichtigste ist hier ein offener Umgang mit den Wünschen und Vorlieben des Partners und sich selbst. Es ist nötig, ein Gespräch ohne Rückhalte zu führen, um zu erkunden, welche Punkte für den Reiz und den nötigen Nervenkitzel führen werden. Doch achte stets darauf, der Partnerin zu vermitteln, dass es nicht darum geht, dass fremde Personen attraktiver, anziehender oder interessanter sind, sondern einzig und alleine der Reiz des Beobachtens das Wichtige ist.

Sind beide Partner voyeuristisch veranlagt, so bieten sich vielfältige Möglichkeiten, dies auszuleben. Im weitesten Sinne gehört bereits das gemeinsame Ansehen von Pornographie oder Live-Cams dazu. Denn bereits dadurch können Reize geboten und neue Ideen gefunden werden, wie das eigene Sexualleben bereichert werden könnte. Der nächste Schritt hier ist der Besuch eines Swinger-Clubs. Legt im Vorhinein bestimmte Punkte fest, wie weit ihr in welchen Situationen gehen wollt. Für den Fall, dass sich einer der Partner unwohl dabei fühlt, solltet ihr auch ein Kennwort festlegen, mit ihr den Ausflug sofort und ohne Diskussion beenden könnt. Denn solche Sicherheit im Hinterkopf zu haben ermöglicht es erst, sich vollkommen fallenzulassen und sich der Lust hinzugeben.

Nur zuschauen oder auch mitmachen?

In einem Swinger-Club könnt ihr mehrere Phasen des Voyeurismus (und selbstverständlich anderer Spielarten der Leidenschaft) ausleben. Zu Beginn bietet es sich an, eine passive Rolle einzunehmen. Meist finden sich schnell einzelne Gruppen, die sich gerne beobachten lassen. Lasst euch berieseln und genießt die Show. Ihr werdet feststellen, dass euch schnell die Lust überkommen kann. Doch achtet darauf, dass ihr euch selbst aktuell an einem öffentlicheren Ort befindet und entscheidet, wie, wo und wann ihr eure Lust ausleben wollt.

Bei gemeinsamem Einverständnis kann es auch äußerst erregend sein, wenn man dem Partner beim Sex mit anderen Personen zusieht. Doch auch hier solltet ihr im Vorhinein unbedingt ein Safe-Word vereinbaren und festlegen, welche Handlungen ihr akzeptiert.

Wem das Ganze für einen ersten Schritt zu weit geht, kann auch einmal versuchen, wie es ist, wenn der eigene Partner bei der Selbstbefriedigung beobachtet wird. Denn bereits dieser Punkt kann zu großen Reizen führen. Selbstverständlich können hier auch unterschiedlichste Spielarten durchlebt werden – bis hin zu Rollenspielen, wo das Zimmermädchen unbeabsichtigt einen Gast im Hotel bei der Selbstbefriedigung beobachtet und ihm anschließend Gesellschaft leistet – oder ähnliches.

 

Foto: artpodporin / stock.adobe.com