Laufhaus oder Bordell – was ist der Unterschied?

Laufhaus oder Bordell – was ist der Unterschied?

Klar, die Bezeichnungen Laufhaus und Bordell kennt so gut wie jeder. In beide Etablissements begeben sich hauptsächlich Männer, die auf der Suche nach ein wenig Abwechslung sind. Hier können sie in entspannter Atmosphäre ein wenig die Sorgen und den Stress des Alltags vergessen und schöne Stunden voller knisternder Erotik mit aufregenden Damen verbringen. Diskretion wird bei dieser Gelegenheit natürlich großgeschrieben.

Doch wo genau liegt eigentlich der Unterschied? Was macht ein Bordell aus und was sind die Kennzeichen eines Laufhauses? Hier gehen wir diesem Thema auf den Grund.

Was zeichnet Bordelle und Laufhäuser aus?

In beiden Etablissement geht es grundsätzlich um erotische Abenteuer anonymer Art. Es wird käuflicher Sex angeboten. Ein Freier bezahlt dafür, mit einer Prostituierten intim zu werden. Doch dabei gibt es verschiedene Regeln und Vorschriften, in denen sich Laufhäuser und Bordells unterschieden. Auch ist der Rahmen bei Bordellen ein anderer als bei Laufhäusern.

  • Die zentralen Kennzeichen von Laufhäusern

    Laufhäuser werden den Bordellen zugeordnet. Und dabei stellen sie doch eine Sonderform dar. In einem Laufhaus finden Interessierte Prostituierte, die in diesem Etablissement ein Zimmer angemietet haben. Der Name „Laufhaus“ lässt sich dabei schnell erklären: Er geht darauf zurück, dass die Herren in dem Haus von Wohnungstür zu Wohnungstür gehen, um sich nach einer Dame ihrer Wahl umzusehen. Damen, die Kunden empfangen, zeigen ihre Bereitschaft dadurch an, dass die Tür geöffnet ist. Außerdem sitzen auch viele Ladys, die zur Verfügung stehen, vor ihrer Tür, um mit den Freiern ins Gespräch zu kommen und sie auf diese Art und Weise für ihre Dienste zu begeistern. In den meisten Laufhäusern ist der Eintritt frei, die Kunden bezahlen dann direkt für die erotischen Abenteuer mit den Damen.

  • Das musst du über Bordelle wissen

    Im Bordell ist alles einer strikteren Reglementierung unterworfen. Dabei geht es vor allem um ungeschriebene Gesetze, die der Besitzer des Hauses oder der Zuhälter vorgibt. In diesen Regeln ist unter anderem der Preis festgehalten. Auch wird durch diese Regeln festgelegt, welche Leistungen und Angebote die Damen präsentieren und welche nicht zum Repertoire der Frauen gehören. Das Geld, welches die Damen durch ihre erotische Arbeit einnehmen, wird nicht als reiner Gewinn gewertet. Vielmehr müssen die Ladys ein Teil dieser Einnahmen noch an ihren Zuhälter abführen.

Diese formalen Unterschiede zwischen Bordellen und Laufhäusern fallen auf

  • Der zentrale Unterschied ist also, dass die Prostituierten, die in einem Laufhaus arbeiten, viel eigenständiger tätig sind. Sie geben die Regeln und Vorschriften der Sextreffs ganz individuell und eigenständig vor.
  • Auch haben diese Damen in der Regel keinen Zuhälter. Sie sind ihr eigener Chef und handeln auf eigene Verantwortung.
  • Das erwirtschaftete Geld nach einem erotischen Date müssen sie nicht in Teilen an einen Freier abführen. Sie können also über die gesamten Einnahmen verfügen.
  • Die einzigen Abgaben, die Damen im Laufhaus zu verrichten haben, sind die Mietkosten. Sie zahlen direkt an den Vermieter eine monatlich festgelegte Summe.
  • Der Vermieter überlässt jedes Zimmer seines Laufhauses einer anderen Dame und erhält von jeder dieser Frauen meist am Ende des Monats die fällige Miete.

Der unterschiedliche Ablauf der Sextreffen in Bordellen und Laufhäusern

  • Für die Freier ergeben sich durch diese formalen Unterschiede auch verschiedene Arten von Sextreffen. So laufen diese Dates in einem Bordell ganz anders ab als in einem Laufhaus.
  • Während in einem Laufhaus alles eher zwanglos ist und man als Freier einfach von Tür zu Tür und durch die Flure gehen kann, gibt es im Bordell bestimmte Abläufe, die zu beachten sind. Wer diese nicht einhält, der findet sich schon bald vor der Tür wieder. Denn die Türsteher und Sicherheitsleute im Bordell können mitunter ganz schön rigoros sein. Und schon der kleinste Fehltritt ist gleichbedeutend mit dem Rausschmiss aus der Location.
  • Freier gelangen in einem Bordell meist als erstes in den Barraum. Dort sollten sie auf jeden Fall einen Drink bestellen, um nicht den Unmut der Türsteher zu wecken. Und die Drinks sind in diesen Etablissements in den seltensten Fällen günstig.
  • Auch für die Dame, mit der sich die Freier in ein Gespräch verwickeln, sollten sie ein Getränk ordern.
  • Man zahlt also den Eintritt in das Bordell und mehrere Getränke – und hat somit schon viel Geld ausgegeben, bevor es überhaupt erotisch wird.

Die Auswahl der Dame

  • Auch bei der Wahl der Dame gibt es Unterschiede zwischen Laufhäusern und Bordellen. In den Bordellen kommen die Frauen meist direkt auf den Besucher zu. Wer sich zum ersten Mal in ein solches Etablissement begibt, der ist dieser Charmeoffensive meist nicht gewachsen und gibt schnell nach.
  • Mehr Zeit für die Auswahl hat man in Laufhäusern. Hier gehen die Ladys weniger offensiv zur Sache. Bei Interesse wird noch an der Zimmertür ein Preis vereinbart. Dann ziehen sich beide in das Zimmer zurück, in dem es auch die Möglichkeit zum Duschen und Frischmachen gibt.

 

Foto: elmar gubisch / stock.adobe.com